Schlaflos in seattle

Die Gewalt der Worte

“Die Geister, die Sie rufen, werden Sie nicht so schnell loswerden.”

Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern findet bei einer “Aktuellen Stunde” im Parlament klare Worte zur rechtskonservativen Opposition, die sich immer wieder mit lautstarkem Populismus zur Flüchtlings- und Zuwanderungsthematik zu Wort meldet.
Sachlich und cool konfrontiert er den FPÖ- Obmann Heinz- Christian Strache, von dessen nationalistischer Rhetorik ein nur “denkbar kurzer Weg zu brennenden Flüchtlingsheimen” führe und erinnert er an eine Vergangenheit, in der “Gewalt der Worte in eine Gewalt der Taten” ausartete sowie an eine realgesellschaftliche Gegenwart, die nicht nur im Spiegel des gefeierten EM-Kaders zeige, dass man in einem offenen, multikulturellen Österreich lebt.

Ein Appell an eine Diskussionskultur und Politik, die lösungsorientiert gestaltet ist und nicht dem Kalkül des Wählerfangs durch Angstschürung und Ausgrenzungspolemik unterliegt.

Musste mal gesagt werden. Auch und gerade im Hinblick auf immer offener ausgelebte Rechtstendenzen, die offenbaren, dass die “Gewalt der Worte” auch bei unserem Nachbarn nicht mehr nur bei hitzigen Parlamentsdebatten Gewicht hat. Der noch frisch im Amt agierende österreichische Bundeskanzler war erst vor wenigen Tagen im Netz von FPÖ-Anhängern bedroht worden und die “Identitären” stürmten mal letztens einfach so eine Vorlesung in der Klagenfurter Uni. Die Geister scheinen schon längst befreit zu sein, trotzdem eine wichtige und gute Ansage des Ösi-Chefs.

 

 

 

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