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Buch-Review: “Mehr Moneten mit Mieterhöhung”

vermieter mehr miete buch

Sachen gibt’s – und Bücher auch.


Zukünftig wird es in diesem Blog auch zu der einen oder anderen (nicht immer ganz ernst gemeinten) Buch-Vorstellung kommen. Dachte ich mir so. Und als Einstieg möchte ich dieses Lektüreschmankerl für finanztüchtige Vermieter präsentieren, das mir aus dem Bekanntenkreis gereicht wurde.

Als gebürtiger und immer-noch-wohnhafter Berliner ist Gentrifizierung für mich und andere schon längst kein Fremdwort mehr. Wer nicht gerade eine Wohnung sucht, so das Gefühl, bangt um die weitere Bezahlbarkeit seines Zuhauses. Umso skurriler wirkt in dieser Hinsicht die Aufmachung und inhaltliche Setzung dieses “Sachbuches”, das sicherlich, ganz pragmatisch und wirtschaftslogisch betrachtet, seine Berechtigung hat, aber in der realsozialen Wahrnehmung eines Normalo-Mieters in Berlin insgesamt recht makaber anmutet.

Das ist drin

Mmmm … Der Titel hat schon mal alles gewonnen. Eine verheißende Alliteration, die Lust auf mehr macht, den Packen-wir-es-an-Ethos poetisch umgarnt … und es wird geliefert: Von Musterbriefen bei Modernisierungsmaßnahmen, dem großen How-to Mieterhöhung – auch für den “Sonderfall: Sozialwohnungen” ist hier alles in die selbstverlegende Schreibhand genommen worden. Mit einem ikea-esken und gleichzeitig so zeitgemäßen “Du” wird der Leser aka Moneten-Macher auf kumpellastige Beratungsschiene gebracht.

widmung vermieter
The Widmung. Go for it, Mr. Vermieter

Projektmanager-Bonmots, Kalenderweisheiten und Zitate historischer Persönlichkeiten lockern die duzende Autor-Leser-Beziehung zusätzlich auf und vermitteln philosophischen Auftrieb beim titelgebenden Auftrag. More moneten, more motivation.

zitat

Mein Lieblingspart ist die großartig realitätsferne Feststellung, dass es “schließlich (…) in Deutschland seit 15 Jahren keine Wohnungsknappheit mehr gibt …”. Vielleicht verpackt der Autor hier doch noch eine subtil-ironische Kritik, und im Subtext wird klar, dass das Buch doch nur eine Polemik auf sich selbst, im Kern eine Anklageschrift gegen die Entmietungsmaschen der grassierenden Betongoldmentalität ist? “Das ist doch wirtschaftlicher Unsinn!” Achso … ja, nee, stimmt.

beispiel vermieter buch

Und kann ein Buch überhaupt gut sein, wenn es nicht mit einem Goethe-Zitat abschließt?

moneten

Wollen, wissen, anwenden … word. Lässt sich nur noch eins anfügen –

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One Comment

  • Christiane Panne

    Hey das klingt echt nach einem lustigen Buch. Leider ist das Review nicht voll befriedigend. Ich hätte mir gewünscht, dass du einen kurzen Überblick über den Inhalt und den Verlauf des Buches darstellt; anstatt Photos hinzufügen, hättest du die wesentlichen Informationen auch zitieren können. Indem du also dem Leser einige von denen Augenblicken raubst, die er sonst vielleicht mit nicht viel größerem Nutzen auf die Lesung gründlicher Schriften von eben der Materie würde verwandt haben, so sorgst du zugleich für die Zärtlichkeit seines Geschmacks, da du, mit Weglassung vieler wilden Chimären, die Quintessenz des Buchs auf wenig Tropfen bringst, wovor du dir von ihm eben so viel Dank versprechen kannst, als ein gewisser Patient glaubte den Ärzten schuldig zu sein, dass sie ihn nur die Rinde von der Quinquina verzehren ließen, da sie ihn leichtlich hätten nötigen können, den ganzen Baum aufzuessen.
    Das Buch ist sicherlich hochkontrovers! Zwei Gedanken dazu. Erstens ist es einfach eine Schweinerei! Schon der Gedanke, dass Ausbeutung und Gier gelehrt werden sollen, ist eine katastrophale Perspektive. Trepnau sollte seine Laster besser verheimlichen, anstatt sie noch herauszuposaunen! Zweitens ist das Buch nicht nur ethisch zu verwerfen, sondern auch ästhetisch. Sätze wie: “Anwenden musst das Erlernte nun Du.” sind stilistisch schwer zu ertragen. Schuster bleib bei deinen Leisten… Trepnau phantasiert ein Ideal herbei, in dem der erfolgreiche Besitzer seine Moral mit Scheinargumenten narkotisieren kann. Das Ideal ist gewissermaßen Nietzsches Übermensch. Doch damit nicht genug, stellt sich Trepnau als Dichter dar, genauer: also als erfolgreichen, wertesetzenden, dichterischen Übermenschen. Das Scheitern ist vorprogrammiert.

    “Zukünftig wird es in diesem Blog auch zu der einen oder anderen (nicht immer ganz ernst gemeinten) Buch-Vorstellung kommen.” — Ein ungelöstes Versprechen 🙂

    Abschließend noch ein kurze Polemik gegen dich: manchmal wünscht man sich deutliche Kritik, wo nur laue Ironie kommt. Das Thema scheint dich zu beschäftigen und trotzdem ist dein Abschlußwort nur ein unbedeutendes Schweigen. Ich hätte folgendes Ende gewählt

    “Lässt sich nur noch eins hinzufügen:

    https://www.youtube.com/watch?v=fXk1TIKe6KQ

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